September 2008: LU Lohnes hackt und trocknet für die Kommune
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Ansprechpartner für die Hackereinsätze sowie für Hackschnitzelvermarktung und Transport ist dort Mitarbeiter Andreas Moscherosch. Er hat mit uns über das Thema Holzhackschnitzelherstellung und -verbrennung gesprochen.
Richard Lohnes arbeitet mit einem Team von 3 fest Angestellten. Zu seinen Dienstleistungen gehören Holzeinschlag, Rundholzhandel und die Produktion und der Verkauf von Brennholz und Hackschnitzeln. Es werden Hackschnitzel für die unterschiedlichsten Verwertungsrichtungen hergestellt: Waldchips und Energiechips für Heizungsanlagen, Räucherchips, Spielplatzchips als Fallschutz, Gartenchips als Bodendecker in der Landschaftspflege und Chips als Bodenbelag für Reitanlagen oder Parkplätze. Material für die Hackschnitzelproduktion ist in erster Linie Industrierundholz, teilweise mit eigenem Harvester eingeschlagen oder zugekauft. Material fällt auch in Form von Käferkronen und Rundholz aus der Landschaftspflege an, wenn Bäume aufgrund von Krankheit oder aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen. Hackschnitzelkunden von Richard Lohnes sind Landwirte, Kommunen und Gewerbebetriebe.
Andreas Moscherosch ist im Forstbetrieb Lohnes Ansprechpartner für die Hackereinsätze sowie für Hackschnitzelvermarktung und Transport.
Für den Hackschnitzeltransport kommt neben 3 Lkw mit Schubböden ein Schlepper mit Abschiebewagen von Fliegl vom Typ Gigant ASW288, ein 3-Achser mit 60 cbm Ladevolumen, zum Einsatz. Eine fixe Transportgrenze in km gibt es für Moscherosch nicht: Das ist abhängig davon, was das Material kostet bzw. was letztlich für uns über bleibt.
Rohstoffbeschaffung An Holzeinschlag zur Rohstoffbeschaffung für die Hackschnitzel nimmt der Betrieb Lohnes im Jahr bis zu 15000 Festmeter vor. Das Einzuggebiet erstreckt sich über einen Radius von durchschnittlich 100 km. Holz ist zur Zeit sehr teuer. Der Festmeter Fichte kostet 35 Euro und die Nachfrage ist riesig, beklagt Moscherosch. Im Jahr schlägt das Unternehmen Lohnes gut 20000 cbm Hackschnitzel um. Hochsaison herrscht in diesem Geschäft von Mitte September bis Mai. In diesem Jahr wurden die Hackschnitzel zum Teil aus Käferfichtenkronen hergestellt. Früher haben wir die Hackschnitzel noch aus Buchen- und Eichen-Rundholz hergestellt und mussten uns keine Gedanken über Rohstoffmangel machen. Vor 4 Jahren lag der Preis für Rundholz noch bei 13 Euro/Festmeter. Heute ist es viel zu teuer!, erinnert Moscherosch sich. Unser Hauptkostenfaktor bei der Hackschnitzelherstellung aus Kronenholz ist aber eigentlich nicht das Holz, sondern die Aufbereitung und aufwendige Transportkette, betont er.
Insgesamt produziert der Betrieb Lohnes im Jahr zwischen 15000 und 18000 Schütt-cbm Hackschnitzel.
Trocknungsprozess
Frisch gehackte Ware wird in einer großen überdachten Halle für maximal 8000 cbm zur Trocknung gelagert. Der Trocknungsprozess dauert maximal 3 Monate. In dieser Zeit sinkt der Wassergehalt von 40 auf 25%, weiß Moscherosch. Das Material trocknet von innen heraus, durch die Hitze, die beim einsetzenden Kompostierungsprozess entsteht. Die Temperatur im Haufen kann auf bis zu 70°C ansteigen. Diese Energie geht für die spätere Verbrennung natürlich verloren. Getrocknete Fichten-Schnitzel haben noch einen Energiegehalt von etwa 700 KW/cbm. Wir garantieren unserer Kundschaft, dass wir im Schütt-cbm Hackschnitzel maximal 30% Wassergehalt und mindestens 850 KW Energiegehalt haben. Den Energiegehalt können wir über unsere konstante Zusammensetzung der Holzarten gewährleisten, versichert er.
Hackschnitzel-Kunden
Wir haben feste Preise für unsere fertigen Hackschnitzel vom Lager, erklärt Moscherosch. Bei den größeren Anlagen rechnen wir i.d.R. nach MW bzw. über einen Wärmemengenzähler ab, bei den kleineren Anlagen nach cbm.
Gehackt wird mit einem gezogenen Trommelhacker Dutch Dragon EChipper 6060 vom Hersteller Wellink mit einer Leistung 550 PS. Die Maschine verarbeitet eine maximale Holzstärke von 60 cm in Hacklängen zwischen 5 mm - 100 mm.
In einer eigenen Halle können insgesamt 8000 cbm Hackschnitzel gelagert und getrocknet werden.
Für die Dienstleistung Hacken und Transport berechnen wir jeweils einen festen Stundensatz. Was letztlich der cbm Hackschnitzel den Kunden kostet hängt aber davon ab, wie viel Material vor Ort liegt und ob und wie es bereits gerückt ist bzw. mit welcher Leistung der Hacker arbeiten kann, erläutert Moscherosch.
Gehackt wird für die Heizungsanlagen nach Ö-Norm G 50. 60% der Hackschnitzel sollen dabei eine Oberfläche von 50 mm² haben. Die erforderliche Hackschnitzelqualität richtet sich nach der Größe der Anlage und der Beschickungstechnik, so der Hackschnitzel-Fachmann. Die Dienstleistung des Betriebes Lohnes für die Anlagenbetreiber geht bei Bedarf über die Hackschnitzelbereitstellung hinaus: Bei manchen Anlagen sind wir verantwortlich für den kompletten Betrieb der Anlage inklusive Wartung. Dazu kann ich online auf die entsprechenden Anlagen zugreifen und über Web-Cam beispielsweise den Füllstand der Vorratsbunker einsehen. Diese Leistungen werden nach Stunden abgerechnet und die Anfahrt kommt extra dazu.
Anne Ehnts