September 2011: LU Bamberger-Tyroller bedient hauptsächlich Stammkunden

In Bayern bewegt sich bei den Lohnunternehmern eine Menge. Nicht nur deren Zahl nimmt stark zu, sondern auch deren Aufgaben.

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Noch sind es meist die Erntearbeiten, die den Umsatz bringen, aber es gibt deutliche Zeichen, dass Landwirte mehr Außenarbeiten abgeben und komplette Ketten fordern. Darauf setzt auch das Lohnunternehmen Bamberger.

Die Schwerpunkte im Lohnunternehmen Bramberger im bayerischen Dürabuch sind noch die reinen Erntearbeiten wie häckseln und dreschen. Doch für die Zukunft könnte sich der Jungunternehmer durchaus vorstellen, den Abtransport und das Festwalzen von Silage in seine Dienstleistungspalette aufzunehmen, damit seine Erntemaschinen besser ausgelastet sind.

Der Kundenkreis erstreckt sich auf einen Umkreis von 30 bis zu 40 km. Gehäckselt wird Gras, Mais, Miscanthus, Hirse, Lieschkolbenschrot und Ganzpflanzensilage. Die Kunden teilen sich auf in Viehbetriebe und seit fünf Jahren auch mehrere Biogasanlagen zwischen 250 kW und 1,5 MW. „Inzwischen zählen die Biogasanlagen schon zu unseren Hauptkunden", beschreibt Tyroller die Entwicklung der letzten Jahre und verrät, dass 2010 erneut zwei Neukunden aus diesem Bereich hinzugekommen sind.

Zur Verfügung stehen sechs Häcksler zwischen 300 und 650 PS. Vor vier Jahren wurde mit „Direct Disc" ein Schneidwerk speziell für GPS gekauft. „Es verspricht hochwertige Qualität und genau das wollen wir unseren Kunden bieten", erläutert der Jungunternehmer. Er betont, dass der Bedarf hierfür in den letzten Jahren stetig gestiegen sei und sich deshalb die Investition ausgezahlt habe.

Die Drescharbeiten umfassen Raps, Getreide und Mais. Dazu sind sieben Mähdrescher von  220 bis 400 PS im Einsatz. Für eine besonders hohe Bodenschonung vor allem bei feuchten Bedingungen steht das Claas Raupenfahrwerk „Terra Trac" zur Verfügung.

Hoffnung auf komplette Kette

Und wie sieht es mit dem Abtransport von Getreide und Biomasse aus und auch anderen Arbeiten  wie Gras mähen, Bodenbearbeitung und Saat? „In der Regel ergänzen wir aktuell nur stundenweise die Arbeitsspitzen unserer Auftraggeber", so Tyroller, der im Moment bei den vorhandenen Strukturen und  sehr gut mechanisierten Betrieben noch keinen größeren Markt dafür vorfindet. „Anders als wie bereits in weiten Teilen Deutschlands konzentrieren sich die Landwirte in unserer Region noch nicht allein auf die Tierhaltung, sondern erledigen auch überwiegend die Feldarbeiten selbst, wobei oft alle Familienmitglieder miteinbezogen werden", erläutert er die Situation. Er bietet seinen Kunden zwar bereits heute die komplette Erntekette an, aber sie wird aktuell noch nicht angenommen.

Gibt es Anzeichen, dass sich das bei Ihren Kunden ändern könnte, wollten wir wissen?

Das könnte sich nach Ansicht von Tyroller in Zukunft durchaus ändern: „Die Milchviehbetriebe bei uns werden künftig  weniger Zeit für Außenarbeiten haben und sich auf Ihre primären Tätigkeiten fokussieren was dazu führt, dass diese Arbeiten überbetrieblich an Lohnunternehmen vergeben werden." Bereits heute ist in seiner bayerischen Heimat ein Trend zu verzeichnen, dass kleinere  landwirtschaftliche Betriebe zum Nebenerwerbsbetrieb werden und große Betriebe stetig weiter wachsen. Zudem erwartet er, dass sich künftig die Anzahl der Erntetage weiter reduziert - mit der Folge, dass in verhältnismäßig kurzer Zeit eine enorme Schlagkraft erforderlich wird.

Mehr vom Wettbewerb abheben

„99 Prozent unserer Kunden sind Stammkunden", freut sich der Lohnunternehmer über die hohe Kundentreue, welche die Qualität der Arbeit bestätigt. Wichtig ist ihm, dass seine Kunden auch wirklich sehen, dass nach bestimmten Kriterien gearbeitet wird. Aus diesem Grund hat er die Anerkennung zum Fachbetrieb angestrebt, die er 2008 auch als zweiter Betrieb in Bayern und pünktlich zum 30-jährigen Betriebsjubiläum - welches mit einem großen Hoffest gefeiert wurde - bekommen hat. „Unser Ziel ist, dass wir uns vom Wettbewerb abheben und unsere Kunden das auch deutlich wahrnehmen", fügte er an.

Bisher ist Sebastian Tyroller mit der positiven Entwicklung des Unternehmens zufrieden. „Wir verzeichnen ein gesundes Wachstum, versuchen eine erstklassige Arbeit abzuliefern und insbesondere über Mund-zu-Mund-Propaganda neue Kunden zu gewinnen", fasste er zusammen.

Am Herzen liegen ihm neben Top-Fahrern und Top-Technik das Kundengespräch und der Kundenkontakt. „Ich möchte auf keine Rückmeldung - egal ob positiv oder negativ - verzichten", betont er. Vor allem konstruktive Kritik nehmen wir sehr ernst - letztlich wachsen wir genau an dieser. Zwar hat sich der Betrieb auf das Dreschen und Häckseln spezialisiert, doch der Betriebsleiter ist jederzeit offen für Neues. „Ich könnte mir gut vorstellen, bei Bedarf verstärkt in Abtransport und Festwalzen von Silage einzusteigen."

Die Arbeiten werden bewältigt durch den Senior- und Junior-Chef sowie einen fest angestellten Mitarbeiter und bis zu zwölf Teilzeitkräften in der Saison. 2011 soll der Mitarbeiterstamm in jedem Fall weiter aufgestockt werden. Während Sebastian Tyroller im Lohnbetrieb für die Planung, Durchführung, Reparatur, Abrechnung und Kundenbetreuung zuständig ist, fokussiert sich Michael Bramberger zunehmend auf die  kommunalen Arbeiten. „Uns ist es außerordentlich wichtig, dass unsere Kunden uns 24 Stunden am Tag erreichen könnten. Gemeinsam mit Schwiegermutter Annemarie, welche insbesondere die telefonischen Anfragen koordiniert und plant, lässt sich dies hervorragend realisieren.

Kommunale Dienste ausbauen

Verschiedene Kommunen nehmen die die Dienstleistungen des Lohnunternehmens Bramberger in Anspruch. Die größten Kunde sind hierbei die angrenzenden örtlichen Gemeinden , für welche eine breite Palette an Dienstleistungen erledigt wird: Winterdienst, Böschung mähen, Hecken schneiden und Graben fräsen sowie weitere Tätigkeiten auf Anfrage.  Aber auch Landwirte und Wasserzweckverbände in größerer Entfernung greifen auf den Lohnbetrieb zurück. Im Winterdienst und der Landschaftspflege sind vier Schlepper (bis 200 PS) mit den nötigen Maschinen und Geräten im Einsatz. Die Aufträge werden von Fall zu Fall vergeben, wobei in der Regel von Jahr zu Jahr dieselben Auftraggeber auftreten. Insgesamt nehmen diese Tätigkeiten jährlich sechs bis acht Wochen ein und stellen als Auslastung im Winter eine willkommene Ergänzung für den Betrieb dar.

Helga Gebendorfer