DLG-Feldtage 2026: Was Lohnunternehmer erwartet

Die DLG-Feldtage zeigen vom 16. bis 18. Juni 2026 zeigen Bodenbearbeitung, Precision Farming und autonome Systeme unter realen Feldbedingungen.
Plakat DLG-Feldtage
Unter dem Leitthema „Pflanzenbau out of the Box“ finden vom 16. bis 18. Juni die DLG-Feldtage statt. (Foto: DLG)

Alle zwei Jahre bieten die DLG-Feldtage die Möglichkeit, Maschinen und Verfahren nicht im Showroom, sondern auf echtem Boden zu beobachten. 2026 findet die Veranstaltung auf dem Lehr- und Versuchsgut Ihinger Hof der Universität Hohenheim statt – rund 25 km westlich von Stuttgart. Die Öffnungszeiten sind täglich von 8 bis 18 Uhr. Mehrere hundert Aussteller und zehntausende Fachbesucher aus dem In- und Ausland werden erwartet. Für Lohnunternehmer, die Investitionsentscheidungen vorbereiten oder den Markt beobachten wollen, ist die Informationsdichte an diesen drei Tagen kaum anderswo zu erreichen.

Bodenbearbeitung und Sätechnik im Direktvergleich

Ein Kernschwerpunkt der Feldtage ist die Bodenbearbeitung. Gezeigt werden konservierende und wendende Verfahren, darunter Mulch- und Direktsaat sowie Strip Till. Letzteres hat in der Lohnunternehmerpraxis an Bedeutung gewonnen, weil das Verfahren Bodeneingriff und Nährstoffplatzierung kombiniert und damit Überfahrten reduziert. Kombinationsgeräte, die Bodenbearbeitung und Aussaat in einem Arbeitsgang zusammenführen, sind ein weiteres zentrales Thema. Für die Kalkulation gegenüber Kunden sind diese Faktoren direkt relevant: Weniger Überfahrten bedeuten geringeren Dieselverbrauch, niedrigere Maschinenstundenkosten und eine höhere Flächenleistung pro Arbeitstag.

Pflanzenschutz: Einzeldüse, GPS und Drohne

Im Pflanzenschutzbereich werden Feldspritzenkonzepte verschiedener Baugrößen gezeigt, darunter Einzeldüsenschaltung, sensorgestützte Teilbreitenschaltung und GPS-gestützte Applikationssysteme. Die Einzeldüsenschaltung ist für Betriebe mit größeren Schlagstrukturen und wechselnden Kundenfeldern arbeitswirtschaftlich relevant, weil sie Überlappungen reduziert und damit Mittelkosten senkt. Darüber hinaus präsentieren mehrere Anbieter Drohnenanwendungen im Pflanzenschutz. Die Zulassungslage in Deutschland ist noch in Entwicklung, doch die Feldtage bieten Gelegenheit, Systeme direkt zu vergleichen und mit Anbietern zu sprechen.

Precision Farming und digitale Betriebsführung

Teilflächenbewirtschaftung, Biomassekartierung, variable Aussaatstärken und sensorgestützte Düngung sind die Themen im Precision-Farming-Bereich. Für Lohnunternehmer ist dieser Bereich zweigeteilt: Es geht um die technische Ausstattung der eigenen Maschinen und gleichzeitig um die Frage, wie entsprechende Dienstleistungen gegenüber Kunden abgerechnet werden können. Die Schnittstelle zwischen Maschinen-Telemetrie und betrieblicher Nachkalkulation ist in der Praxis häufig noch nicht vollständig gelöst. ISOBUS-Kompatibilität und die Kommunikation zwischen Maschinen verschiedener Hersteller werden auf den Feldtagen praktisch demonstriert – ein Aspekt, der bei Neuinvestitionen in gemischten Maschinenparks entscheidend ist.

FarmRobotix: Autonome Systeme erstmals als eigener Bereich

Neu 2026 ist der Ausstellungsbereich FarmRobotix, der autonomen Systemen und Feldrobotik gewidmet ist. Gezeigt werden fahrerlose Schlepper und Plattformen sowie kleinere Feldroboter für Hacken, Einzelpflanzenbehandlung und Monitoring. Für Lohnunternehmer stellen sich hier drei Fragen gleichzeitig: Wann werden autonome Systeme in der Lohnarbeit wirtschaftlich einsetzbar – vor allem angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels? Fragen Kunden bereits nach entsprechenden Dienstleistungen? Und wie verschieben sich Kostenblöcke, wenn Maschinen ohne Fahrer arbeiten – weg von Personalkosten, hin zu Kapital- und Wartungskosten? Wann autonome Systeme in der Breite wirtschaftlich einsetzbar sein werden, bleibt offen. Die Entwicklung frühzeitig zu beobachten, ist dennoch sinnvoll.

Organisation: Vorbereitung spart Zeit vor Ort

Der Ihinger Hof ist per Pkw über die A8, Ausfahrt Rutesheim, erreichbar. Vom Bahnhof Renningen wird ein Shuttleservice eingerichtet. Tickets sind im Vorverkauf über dlg-feldtage.de günstiger als an der Tageskasse; Gruppenkonditionen sind verfügbar. Das Gelände ist weitläufig – eine Vorabplanung anhand des veröffentlichten Geländeplans und Programmhefts ist arbeitswirtschaftlich sinnvoll. Die DLG stellt digitale Orientierungshilfen bereit, die eine gezielte Navigation zu einzelnen Ausstellungsbereichen und Vorführterminen ermöglichen. Wer ohne konkrete Fragestellung anreist, läuft Gefahr, sich in der Breite des Angebots zu verlieren.

DLG/cca