Lohnunternehmer als Schlüsselakteure der Energieeffizienz

Die CEETAR macht in einem aktuellen Positionspapier deutlich, wie Lohnunternehmer die Energieeffizienz im Agrarbereich maßgeblich voranbringen können.
Ackerbautag

Lohnunternehmer stehen nicht am Rand der Nachhaltigkeitsdebatte – sie stehen in deren Zentrum. Das macht die CEETAR, der europäische Dachverband der landwirtschaftlichen Auftragnehmer, in einem Positionspapier deutlich. Der Verband argumentiert, dass Lohnbetriebe durch den Einsatz moderner Präzisionstechnologien und die gemeinschaftliche Nutzung leistungsstarker Maschinen einen direkt messbaren Beitrag zur Reduzierung von Treibstoff- und Betriebsmittelkosten leisten.

Präzisionstechnik als Effizienzfaktor

Ein zentraler Baustein im Positionspapier der CEETAR ist die GPS-gestützte Düngung mit variabler Ausbringrate. Statt einer flächeneinheitlichen Applikation ermöglicht die teilflächenspezifische Steuerung eine bedarfsgerechte Versorgung der Bestände. Das reduziert den Düngemitteleinsatz und senkt gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch durch optimierte Überfahrtplanung. Die CEETAR hebt hervor, dass gerade Lohnbetriebe diese Technologien über mehrere Kundenbetriebe hinweg wirtschaftlich sinnvoll einsetzen können – ein struktureller Vorteil gegenüber einzelbetrieblichen Lösungen.

Anwendungspfade und RENURE im Fokus

Neben der variablen Düngungsrate nennt die CEETAR die Optimierung der Anwendungspfade als weiteres Handlungsfeld. Kürzere Leerfahrten, abgestimmte Logistikketten und eine vorausschauende Schlagplanung senken den Dieselverbrauch pro Hektar spürbar. Ergänzend verweist das Positionspapier auf den Einsatz sogenannter RENURE-Lösungen – aufbereitete Stickstoffprodukte aus organischen Reststoffen –, die konventionelle Mineraldünger teilweise ersetzen und so den Ressourceneinsatz weiter reduzieren können.

Geteilte Maschinen, geteilte Kosten

Die CEETAR unterstreicht zudem den volkswirtschaftlichen Effekt gemeinsamer Maschinennutzung: Hochspezialisierte Technik, die ein Einzelbetrieb nur selten auslasten könnte, erreicht im Lohnbetrieb deutlich höhere Einsatzstunden pro Jahr. Das verbessert nicht nur die Deckungsbeitragsrechnung des Lohnunternehmers, sondern entlastet auch die beauftragenden Agrarbetriebe von Investitions- und Wartungskosten. Für die CEETAR ist dies ein tragfähiges Argument, Lohnunternehmer gezielt in agrarpolitische Effizienzstrategien einzubinden.

CEETAR/cca