Saatgut mit System

Der BLU zeichnete 2025 wieder die beste Agrarservicemeister-Projektarbeit aus. Maximilian Rüther belegte mit seiner Arbeit den zweiten Platz.
Maximilian Rüther
Der 24-jährige Maximilian Rüther wollte mit der Weiterbildung zum Agrarservicemeister fachliche und kaufmännische Kenntnisse zu vertiefen sowie Abläufe in Büroorganisation und Betriebsführung besser zu verstehen. (Foto: Maximilian Rüther)

Der Bundesverband Lohnunternehmen (BLU) hat im Rahmen seines BLU-Abends auf der Agritechnica die besten Agrarservicemeister-Projektarbeiten 2025 ausgezeichnet. Den zweitenten Platz belegte Max Rüther mit dem Thema „Kosten-Nutzen-Analyse der teilflächenspezifischen Aussaat im Zuckerrübenanbau".

Die Arbeit untersucht, ob sich unterschiedliche Saatmengen je nach Bodenzone für einen großen Ackerbaubetrieb wirtschaftlich und pflanzenbaulich lohnen. Grundlage war der Betrieb Hochstift Agrar GmbH & Co. KG mit mehr als 1.000 ha Ackerfläche und digitalen Systemen wie Farmblick und Exatrek – ideale Voraussetzungen für Präzisionslandwirtschaft.

Versuchsaufbau

Die Versuchsfläche wies heterogene Bodenverhältnisse auf, dokumentiert über Bodenscans, Satellitenbilder und Schlagdaten. Daraus wurden Zonenkarten und Applikationskarten erstellt. Verglichen wurden drei Aussaatvarianten: 70.000, 100.000 und 130.000 Pillen/ha. Die Aussaat erfolgte am 11.04.2024 mit einer Kverneland Optima F hinter einem Fendt 724 Vario.

Ergebnisse

Steigende Saatdichte erhöhte sowohl Rüben- als auch Zuckerertrag: 70.000 Pillen/ha erzielten rund 97–99 t/ha und ca. 15 t Zucker/ha, 100.000 Pillen/ha rund 103–105 t/ha und ca. 16 t Zucker/ha, 130.000 Pillen/ha bis zu 113 t/ha und knapp 18 t Zucker/ha. Trotz höchster Absoluterträge war die dichteste Variante betriebswirtschaftlich nicht die beste: Die höheren Saatgutkosten von rund 600 €/ha schmälerten den Gewinn je Dezitonne.

Die Kverneland Drille war die Versuchsmaschine. (Foto: Maximilian Rüther)

Wirtschaftlichkeit

Die Softwarekosten für Farmblick betragen bei 200 ha rund 5,69 €/ha, sinken bei Vollauslastung des Betriebs auf 1,76 €/ha. Die Aussaatkosten lagen bei ca. 64,63 €/ha. Die Variante mit 70.000 Pillen/ha erzielte mit rund 5,16 €/dt den höchsten Gewinn je Dezitonne – durch geringere Saatgutkosten bei vergleichsweise hohen Zuckererträgen.

Fazit

Teilflächenspezifische Aussaat funktioniert technisch zuverlässig und rechnet sich bei ausreichender Flächenauslastung. Für Lohnunternehmen bietet sich ein attraktives Dienstleistungspaket aus Zonierung, Beprobung und Applikationskartenerstellung. Intelligent angepasste Saatmengen sparen Ressourcen und steigern die Wirtschaftlichkeit – ein überzeugendes Argument gegenüber den Kundenbetrieben.

Ausführliche Vorstellung

In der April-Ausgabe unserer Fachzeitschrift LOHNUNTERNEHMEN stellen wir die Meisterarbeit von Darius Brand ausführlich vor.

cca