Daten gegen Geld
In regelmäßigen Abständen befragen wir eine feste Gruppe von Lohnunternehmern zu aktuellen Themen rund um die Branche. Dabei handelt es sich aufgrund der Teilnehmerzahl nicht um eine repräsentative Umfrage. Dennoch zeigen die Aussagen interessante Tendenzen, da es sich um Unternehmen aus allen Teilen Deutschlands mit unterschiedlichen Dienstleistungsschwerpunkten und verschiedenen Betriebsgrößen handelt. Bei unserer jüngsten Umfrage stand das Thema Datenerfassung und KI-Einsatz im Lohnunternehmen auf der Agenda.
Zuerst wollten wir wissen, in welchen Bereich die Befragten tätig sind, wobei hier natürlich mehrere Antworten möglich waren. Jeder der Betriebe, die geantwortet haben, ist in der Landwirtschaft tätig. 64 % gaben an, auch für Kommunen zu arbeiten und ca. 30 % haben Baudienstleistungen im Portfolio. Knapp 18 % meldeten, dass sie außerdem Forstarbeiten durchführen. Ziemlich eindeutig war das Ergebnis auf die Frage, ob die Betriebe eine digitale Managementsoftware einsetzen – 96 % bejahten dies (Siehe Grafik 1). Auch der Anteil der Betriebe, die Maschinen mit Telemetriemodulen einsetzen, die somit online Daten empfangen und senden können, ist mit knapp 83 % sehr hoch.
Von den Betrieben mit Telemetriemodulen gaben 93 % an, vernetze Traktoren im Fuhrpark zu haben. Auch die Quote der vernetzen Feldhäcksler ist mit ca. 85 % sehr hoch. Knapp 50 % dieser Betriebe meldeten, online-fähige Mähdrescher einzusetzen (Siehe Grafik 2).
Hauptsächlich (86 %) werden die Telemetriemodule zur Standortermittlung der Maschine genutzt. Wichtig scheint diese Technik auch für die Dokumentation der Arbeit und zur Übertragung der Arbeitsdaten zu sein. Hier lag das Abstimmungsergebnis bei ca. 79 %. Knapp zwei Drittel gaben an, dass sie dies Systeme zur Online-Übertragung von Applikationskarten nutzen. Etwas über 40 % unterstützen ihrer Fahrer über den sogenannten Displayfernzugriff.
Nutzen erläutern
Gespannt waren wir auf das Ergebnis zur Frage, ob die Kunden von ihrem Lohnunternehmer aktuell digitale Dokumentationsdaten anfordern. 66 % der Dienstleister schrieben, dass es spezielle Kunde gebe, die digitale Arbeitsdaten verlangen. 14 % antworteten, dass erste Kunden danach fragen, während 20 % ankreuzten, dass das bislang kein Thema in ihre Kundschaft sei.
Zweiter spannende Punkt: Wird der Aufwand der Aufbereitung der Daten in Rechnung gestellt? Hier antworteten 80 % der befragten Lohnunternehmer, dass der Aufwand berechnet wird, wobei u.a. Pauschalen pro Auftrag von 50 €, über 1 € bis 15 €/ha bzw. 10 €/h als Zahlen genannt wurden. Alle Betriebe, die auf diese Frage geantwortet haben, gaben die Einschätzung ab, dass sich ihre professionellen Kunden von einem Aufpreis überzeugen lassen, wenn ihnen der Nutzen digitaler Daten ausführlicher erläutert würde.
Helfer „KI“
Wir wollten in dieser Umfrage auch von unseren Teilnehmern wissen, ob sie bereits bewusst in ihren Unternehmen KI-Lösungen einsetzen. Knapp 35 % bejahte diese Frage. Von diesen nutzen über 82 % KI in der Buchhaltung. 66 % gaben an, sich durch KI im Betriebsmanagement unterstützen zu lassen.
Abschließend haben wir diese Teilnehmer befragt, wie sie folgende Aussagen zum KI-Einsatz im Lohnunternehmen bewerten: „KI spart mir als Geschäftsführer Zeit“ – diese Aussage „trifft voll“, bzw. „trifft teilweise zu“ wurde von 2/3 der Antwortenden gegeben. Potenzial sehen die Teilnehmer der Umfrage bei der KI-Nutzung in der Datenauswertung. Hier antworteten knapp 70 % mit „trifft voll“ bzw. „trifft teilweise zu“. Dies kann auch ein Grund für die hohe Zustimmung zur Aussage „Zukünftig werde ich bewusst mehr KI-Lösungen im Unternehmen nutzen“ sein: 1/3 antwortete „trifft voll zu“, zwei Drittel mit „trifft teilweise zu“.
Wir danken den Lohnunternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, für Ihre Unterstützung! Wenn auch Sie an diesen LU-Fokus-Umfragen teilnehmen möchten, dann melden Sie sich bitte unter +49 5132 859146 oder luetzen@beckmann-verlag.de.
Björn Anders Lützen, Redaktion LOHNUNTERNEHNEN