Direktsaat im Zuckerrübenanbau
Benedikt van Husens Arbeit „Anbau von Zuckerrüben im Mulch- und Direktsaatverfahren, Einfluss auf Ertragsparameter und die Möglichkeit der Etablierung des Direktsaatverfahrens im Kundenstamm“ untersuchte, ob sich die Direktsaat gegenüber der Mulchsaat ackerbaulich und wirtschaftlich behaupten kann.
Der Versuch wurde auf einer 4,97 ha großen Fläche mit lehmigem Sandboden (53 Bodenpunkte) angelegt. Verglichen wurden Mulchsaat mit Bodenbearbeitung und Direktsaat ohne vorherige Bearbeitung. Die Zuckerrübe stand nach Raps in einer weiten Fruchtfolge. Da die Direktsaat erstmals eingesetzt wurde, konnten keine langfristigen Systemeffekte berücksichtigt werden.
Bestandesentwicklung
Die Aussaat erfolgte am 14. April 2024 mit einer Väderstad V12. Nach Starkregen waren die Direktsaatflächen stärker verkrustet. Beim Auflauf zeigte die Mulchsaat Vorteile: Die Bestandsdichte lag bei 87.250 Pflanzen/ha, die Direktsaat erreichte 73.000 Pflanzen/ha. Der Feldaufgang betrug 75,87 bzw. 63,48 %. Auch der Bestandesschluss wurde in der Mulchsaat rund fünf Tage früher erreicht.
Im weiteren Verlauf entwickelte die Direktsaat stabile Bestände. Die geringere Pflanzendichte führte teilweise zu höheren Einzelrübengewichten. Diese höhere Einzelpflanzenleistung konnte den geringeren Pflanzenbestand jedoch nicht ausgleichen.
Wasser und Ertrag
Das Versuchsjahr war mit 958 mm Niederschlag durch mehrere Starkregenereignisse geprägt. Hier zeigte die Direktsaat Vorteile: Die Wasserinfiltration war mit rund 230 Sekunden schneller als in der Mulchsaat mit etwa 315 Sekunden. Zudem wurden weniger Erosionsspuren festgestellt. Auch der Wassergehalt im Boden lag in allen Schichten höher.
Beim Ertrag setzte sich trotzdem die Mulchsaat durch. Die Direktsaat konnte ihre Vorteile beim Wasserhaushalt und bei der Einzelpflanzenentwicklung nicht in einen höheren Hektarertrag umsetzen. Die Zuckergehalte unterschieden sich kaum.
Wirtschaftlichkeit
Die Kalkulation zeigte, dass Direktsaat grundsätzlich wirtschaftlich darstellbar ist, aber von Auslastung, Preisgestaltung und technischen Bedingungen abhängt. Die eingesparten Bearbeitungskosten konnten den Ertragsnachteil des Versuchsjahres nicht ausgleichen.
Fazit
Die Arbeit zeigt das Potenzial der Direktsaat beim Erosionsschutz und Wassermanagement. Für eine stabile Umsetzung bleiben technische Verbesserungen bei Bodenöffnung, Ablage und Bestandesetablierung entscheidend. Direktsaat ist damit kein Standardverfahren für alle Standorte, kann aber unter passenden Bedingungen eine zusätzliche Möglichkeit im Zuckerrübenanbau und im Dienstleistungsangebot von Agrarservicebetrieben sein.
Ausführliche Vorstellung
In der Juni-Ausgabe unserer Fachzeitschrift LOHNUNTERNEHMEN haben wir die Meisterarbeit von Benedikt van Husen ausführlich vorgestellt.
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