SpotSpraying im Zwiebelanbau im Praxisvergleich
Der Bundesverband Lohnunternehmen (BLU) hat im Rahmen seines BLU-Abends auf der Agritechnica die besten Agrarservicemeister-Projektarbeiten 2025 ausgezeichnet. Den ersten Platz belegte Darius Brand mit einer Untersuchung zum Vergleich von ganz- und teilflächenspezifischem chemischem Pflanzenschutzeinsatz im Zwiebelanbau. Die Arbeit entstand im Rahmen der Meisterprüfung zum Agrarservicemeister und analysiert den Einsatz einer SpotSpraying-Kameraspritze im Vergleich zu einer konventionellen Breitflächenspritze unter Praxisbedingungen.
Grundlage der Untersuchung war ein 1,83 ha großer Versuchsschlag auf dem Betrieb Brun in Heiden im Kreis Borken mit sandigem und lehmigem Bodenanteil. Angebaut wurde die Speisezwiebelsorte Centro F1. Verglichen wurden drei Varianten: eine rein kameragestützte Applikation, eine klassische Breitflächenbehandlung sowie eine Kombination beider Verfahren. Bewertet wurden neben Herbizidaufwand und Arbeitswirtschaft auch Ertrag, Sortierung, Qualität und Wirtschaftlichkeit.
Kostenvergleich
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede beim Mittelaufwand. Während die Breitflächentechnik die gesamte Fläche behandelt und Herbizidkosten von rund 185 €/ha verursacht, sinken diese in der Kombivariante auf etwa 152 €/ha. Die Kameratechnik behandelt im Mittel nur rund 44 % der Fläche und reduziert die Herbizidkosten auf etwa 34 €/ha. Dem stehen eine geringere Flächenleistung, höhere Maschinen- und Softwarekosten sowie ein höherer Bedienaufwand gegenüber.
Beim Ertrag erzielte die Kameraparzelle auf lehmigem Boden mehr als 10 t/ha höhere Bruttoerträge als die Vergleichsvarianten. Auf sandigen Standorten relativierten sich diese Vorteile durch stärkeren Unkrautdruck. Die Sortierung zeigte über alle Varianten hinweg vergleichbare Ausfallquoten von etwa 10 bis 11 %. Unterschiede in der Marktleistung ergaben sich vor allem durch den Anteil vermarktungsfähiger Zwiebeln über 40 mm, der in der Kamera-Lehm-Variante deutlich höher lag.
Auswertung
Die betriebswirtschaftliche Auswertung fällt differenziert aus. Auf Basis der niedrigen Zwiebelpreise des Jahres 2024 erreichten die meisten Varianten keinen positiven Deckungsbeitrag, mit Ausnahme der ertragsstarken Kamera-Lehm-Parzelle. Szenarienrechnungen zeigen jedoch, dass bei höheren Marktpreisen und ausreichender Flächenauslastung eine Wirtschaftlichkeit der Kameratechnik möglich ist. Für Lohnunternehmen bietet die Technik Potenzial durch Herbizideinsparung und neue Dienstleistungen, erfordert jedoch eine hohe Auslastung zur Deckung der Investitions- und Lizenzkosten.
Die Arbeit verdeutlicht, dass SpotSpraying-Systeme erhebliche Einsparungen beim Pflanzenschutz ermöglichen können, deren wirtschaftlicher Erfolg jedoch stark von Standort, Witterung, Marktpreisen und betrieblichen Rahmenbedingungen abhängt.
Ausführliche Vorstellung
In der aktuellen Febraur-Ausgabe unserer Fachzeitschrift LOHNUNTERNEHMEN stellen wir die Meisterarbeit von Darius Brand ausführlich vor.
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