Gebrauchtmaschinen: Heißes Eisen

Immer höhere Störanfälligkeit, schlechtere Komponentenqualität und Maschinenrestwerte – Gebrauchtmaschinen werden zunehmend ein finanzielles Risiko. Wir haben mit Dienstleistern und Technikexperten beim Landmaschinen-Fachhändler Bruns in Cloppenburg diskutiert.

Den kompletten Inhalt der Diskussion lesen Sie in der Maiausgabe der Zeitschrift LOHNUNTERNEHMEN, aber einige wichtige Ergebnisse haben wir jetzt schon mal für Sie zusammengefasst.

Dazu gehört unter anderem, dass von den beteiligten Lohnunternehmern bei Traktoren und Erntemaschinen möglichst lange Laufzeiten im Betrieb angestrebt werden. Bei Mähdreschern sollten es mindestens 15 Jahre, bei Traktoren 15.000 h oder länger sein. Allerdings beobachten die Praktiker, dass die jüngeren Maschinengenerationen die gesteckten Nutzungsziele nicht mehr erreichen. Speziell bei Mähdreschern äußerten mehrere Lohnunternehmer die Einschätzung, dass der Neukauf angesichts des hohen Wettbewerbs- und damit Preisdrucks und der möglichen Auslastungen betriebswirtschaftlich nicht mehr tragbar ist.

In diesem Zusammenhang kamen auch die aus Sicht der Lohnunternehmer überdurchschnittlich großen Steigerungsraten bei Ersatzteilpreisen und die von ihnen beobachteten erheblich schlechteren Qualitäten der Komponenten zur Sprache.

Die Teilequalität hat sich drastisch verschlechtert. Früher hat eine Wasserpumpe 5.000 h gehalten, heute ist sie nach 2.500 h Schrott.

Einigkeit herrschte in der Runde darüber, dass die Vermarktung von Gebrauchttechnik in Zukunft durch die neuen Motorengenerationen und den wachsenden Elektronikanteil schwieriger wird.

Aber auch die wachsende Diskrepanz zwischen technisch immer aufwändigerer Technik und der fehlenden Erfahrung speziell von Saisonhelfern blieb nicht unerwähnt. Gerade aus Sicht der Fachwerkstätten ist dieses ein immer schwerwiegenderes Problem. Gleiches gelte für die Toleranzen bei Wartung und Service, die von Lohnunternehmern selbst durchgeführt werde. Einig waren sich alle Anwesenden darin, dass für viele Arbeiten technisch einfachere Traktoren durchaus ausreichen und von ihnen auch gekauft würden – wenn es sie denn gäbe.

Schwierig ist die anhaltende Tendenz zu Hightech und Elektronik auch aus Sicht der Gebrauchtmaschinenvermarkter. Mittlerweile müsse jede Maschine vor der Rücknahme gefahren, alles ausgelesen und bis ins kleinste Detail gecheckt werden. Für den rücknehmenden Fachhandel sei es immer schwerer, eine korrekte Beurteilung für die Maschinen zu finden, sie werden sozusagen immer mehr zum heißen Eisen.

Eine der Schlussfolgerungen aus der Runde war, dass Kunde Lohnunternehmer und Händler künftig enger und anders werden zusammenarbeiten müssen. Ob dies in Form von Langfristmieten, Wartungsverträgen oder Gebrauchtmaschinenzertifikaten Sinn macht, sei im Einzelfall zu entscheiden.

Vieles haben die Lohnunternehmer kompensieren können durch die Leistungssteigerung. Aber da haben wir die Grenzen erreicht, mehr geht nicht.

Jens Noordhof, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Zeitschrift LOHNUNTERNEHMEN Ausgabe Mai 2017.

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