Waschhallen-Serie: Arbeitsplatzanordnung

Mit der Beleuchtung sind die Voraussetzungen für sicheres Arbeiten geschaffen. Entscheidend für die Effizienz ist nun die Anordnung der Arbeitsplätze.
Mann rollt Schlauchhaspel ab
Wenn die Schlauchhaspel mittig vor dem Fahrzeug angeordnet ist, kann der Schlauch beidseitig um die Maschine geführt werden. (Foto: Meier-Brakenberg)

Die Praxis zeigt, dass die Leistungsfähigkeit einer Waschhalle maßgeblich durch die Organisation am Arbeitsplatz bestimmt wird. Nicht die Technik allein, sondern die Anordnung von Schlauchführung, Zapfstellen und Werkzeugen entscheidet über Geschwindigkeit, Ordnung und Sicherheit.

Positionierung der Schlauchhaspel

Die Schlauchhaspel wird je Fahrspur mittig vor dem Fahrzeug angeordnet. Dadurch kann der Schlauch beidseitig um die Maschine geführt werden, ohne an Reifen oder Anbauteilen hängen zu bleiben. Diese Position ermöglicht eine gleichmäßige Reinigung von beiden Seiten ohne Umwege.

Ergänzend kann im Eingangsbereich eine zusätzliche Haspel mit Schwenkkonsole vorgesehen werden. Diese ermöglicht flexible Anwendungen, beispielsweise für Reinigungsarbeiten außerhalb der Halle oder das gleichzeitige Arbeiten mit mehreren Personen.

Die Schlauchlänge orientiert sich an der Hallenlänge zuzüglich seitlichem Arbeitsbereich. Bei einer Hallenlänge von etwa 22 m ergibt sich eine notwendige Schlauchlänge von rund 25 m.

Arbeitsplatz logisch aufbauen

Jeder Waschplatz ist als vollständiger Arbeitsplatz auszubilden. Die Versorgung erfolgt über klar definierte Funktionen für Warmwasser, Kaltwasser und Chemie, die direkt am Arbeitsplatz wählbar sind.

Skizze Anordnung Schlauchhaspeln
Eine zusätzliche Schlauchhaspel ermöglicht Reinigungsarbeiten außerhalb der Halle. (Skizze: Meier-Brakenberg)

Die Chemieversorgung kann entweder dezentral über Kanister am Arbeitsplatz oder zentral über Gebinde im Technikraum erfolgen. Entscheidend ist eine einfache und direkte Verfügbarkeit ohne zusätzliche Wege.

Automatische Schlauchhaspeln übernehmen dabei eine zentrale Funktion. Sie sorgen dafür, dass der Schlauch nach der Nutzung selbstständig aufgerollt wird und nicht im Fahrbereich liegen bleibt. Gleichzeitig ermöglichen sie das gezielte Nachziehen und Entlasten während der Arbeit.

Ordnung und Sicherheit als System

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitsplatzgestaltung ist die Ordnung. Werkzeuge und Lanzen müssen definierte Ablagepositionen haben. Sichere Lanzenhalter verhindern, dass Bauteile abgelegt oder beschädigt werden.

In der Praxis haben sich Druckregulierlanzen bewährt. Auf rotierende Düsen wird bewusst verzichtet, da diese zu einer erhöhten Beanspruchung von Bauteilen und Dichtungen führen.

Arbeitsplatzanordnung
Sichere Lanzenhalter verhindern, dass Bauteile abgelegt oder beschädigt werden. (Foto: Meier-Brakenberg)

Die Arbeitsplatzgestaltung muss so ausgelegt sein, dass sie sich selbst organisiert. Gerade bei wechselndem oder wenig angelerntem Personal ist eine klare und einfache Struktur entscheidend.

Versorgung der Waschplätze

Die Versorgung der einzelnen Arbeitsplätze erfolgt über fest installierte Hochdruckleitungen aus Edelstahl, von der zentralen Hochdruckanlage zu den jeweiligen Waschplätzen. Dadurch werden Druckverluste minimiert und eine gleichmäßige Versorgung sichergestellt.

Arbeitsablauf als Maßstab

Die Anordnung der Arbeitsplätze bestimmt den gesamten Ablauf in der Halle. Kurze Wege, klare Funktionen und eine eindeutige Struktur ermöglichen einen durchgängigen Arbeitsprozess ohne Unterbrechungen. Eine unklare oder unvollständige Planung führt dagegen zu zusätzlichem Aufwand, Unordnung und Zeitverlust im täglichen Betrieb.

Ausblick

Im nächsten Teil der Serie wird die Hochdrucktechnik betrachtet. Im Fokus stehen Wassermengen, Druckverhältnisse und die Auslegung der Reinigungstechnik.

Autor: Wolfgang Meier
Unternehmen: Meier-Brakenberg
Link: www.meier-brakenberg.de

Der Autor und sein Team begleiten die Planung von Waschhallen und Hochdrucksystemen und unterstützen Lohnunternehmen dabei, Anlagen von Anfang an richtig auszulegen.