Claas: Jetzt auch Radlader

Über den Partnerwechsel beim Claas Teleskoplader von Kramer zu Liebherr haben wir im Novemberheft von LOHNUNTERNEHMEN berichtet. Nun wird Claas künftig neben den Teleskopen auch Radlader von Liebherr anbieten. Das wurde auf der Agritechnica verkündet. Wir haben darüber mit Hermann Lohbeck gesprochen. Er ist Sprecher der Claas Konzernleitung.

Foto Hermann Lohbeck, Sprecher der Claas Konzernleitung

Herr Lohbeck, was wird sich beim Teleskoplader Skorpion ändern, der jetzt von Liebherr kommt? Welche Leistungsklassen wird Claas jetzt von Liebherr beziehen?

Lohbeck: Wir werden die Produktreihe, die wir bisher angeboten haben, auch künftig anbieten. Scorpion bleibt Scorpion. Aber zudem werden wir das Angebot mit einem Teleskop mit 10 m Hubhöhe und einem weiteren Modell mit 7 m und 4,1 t Hubkapazität erweitern. Fast alle Produkte werden ab Januar 2018 verfügbar sein.

Sind das Maschinen, die exklusiv für Claas produziert und modifiziert sind, oder Liebherr-Maschinen von der Stange, lediglich in Grün?

Lohbeck: Liebherr und Claas haben bei der Produktentwicklung eng kooperiert, um eine optimale Produktanpassung für die Landwirtschaft zu erreichen. Natürlich gibt es Synergien. Die Liebherr-Teleskoplader werden auf der gleichen Plattform im Werk Telfs gebaut. In dieses Werk investiert die Liebherr-Gruppe gerade über 20 Mio. Euro. Das ist ein starkes Statement für die langfristige Zusammenarbeit mit Claas, aber auch für die Liebherr-Gruppe insgesamt.

Neu ist, dass Claas jetzt auch Radlader made bei Liebherr in das Programm nimmt. Wann wird der Verkaufsstart sein und mit welchen Größenklassen?

Lohbeck: Bei Claas heißen die Radlader „Torion“ und werden hier auf der Agritechnica vorgestellt. Die sieben neuen Modelle bieten wir in drei Größenklassen von ca. 5 t Einsatzgewicht bis etwa 19,5 t Einsatzgewicht anbieten.

Welche Stückzahlen erwarten Sie?

Lohbeck: Der Radladermarkt im Agrarbereich, zwischen 5 und 20 t, wird in den Stückzahlen in Deutschland klar unter den Zahlen der Teleskoplader liegen, etwa bei rund 700 Einheiten. Besonders im Segment der Lohnunternehmer sowie bei den Großbetrieben, die heute schon Radlader und Teleskoplader als Standardmechanisierung einsetzen, sehen wir gute Marktchancen.

Manch einer sieht den Claas-Radlader als Konkurrenten zum Scorpion oder auch zum Xerion auf dem Silo. Sie auch?

Lohbeck: Nein, beide Lader haben ihre eigenen Einsatzbereiche und der Xerion läuft ja nicht nur auf dem Silo. Also gibt es genug Platz für den Scorpion, den Torion und den Xerion!

Wer wird den Claas-Radlader aus dem Hause Liebherr betreuen, Claas-Händler oder Liebherr-Händler? Durchaus wichtig für den künftigen Kunden, denn Baumaschinenhändler haben oft andere Arbeitspreise und auch andere Servicezeiten.

Lohbeck: Der Torion Radlader ist ein Claas-Produkt; daher wird er wie der Scorpion und alle anderen Claas-Produkte über die Claas-Vertriebspartner im Service und bei der ET-Lieferung komplett betreut. Unser Service umfasst die Gewährleistung inklusive Motorenservice – und zwar an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr.

Ist der Rest des Radladers auch komplett identisch mit den Radladern von Liebherr?

Lohbeck: Die CLAAS Radlader unterscheiden sich im Standard zunächst in den einigen landwirtschaftlichen Ausstattungen wie Bereifungen, Kühlerausführungen und weiteren Details sowie in der Farbe von den Liebherr-Radladern.

Das Interview führte Hans-Günter Dörpmund