DEULA-Expertentipp: Check-up für den Drescher

Die Erntearbeit beginnt mit der Inbetriebnahme des Mähdreschers. Damit es später „rund laufen“ kann, ist schon jetzt der „richtige Dreh“ wichtig. Die DEULA gibt Tipps.
Foto: DEULA

Wer seine Maschine gut in den Winter gebracht hat, kann auch erwarten, eine gute Maschine aus dem „Winterschlaf“ zu holen. Aber, wie schon das geflügelte Wort sagt: Irgendwas ist immer! Der Mähdrescher ist eine sehr komplexe Maschine, die heute mit großer Kraft eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit erzielt, dabei mit großer Präzision heile Körner drischt und erfolgreich Verluste gering hält. Es wird geschnitten, gefördert, gerüttelt und geblasen. Wenige Einsatztage im Jahr müssen die Maschine bezahlen und den Lohn bringen. Wie groß das Zeitfenster dafür sein wird, ist nicht abzusehen. Während der letzten Ernte wurden natürlich alle auftretenden Schäden und erkennbaren Schwachstellen umgehend beseitigt, damit am Folgetag wieder Geld verdient werden kann. Am Ende der Saison gab es ein „Großreinemachen“ mit Sichtkontrolle und gegebenenfalls Instandsetzung. Konnten alle Reparaturen ausgeführt werden oder wurden Arbeiten aus Mangel an Gelegenheit aufgeschoben? Wenn ja, haben diese jetzt natürlich erste Priorität. Gut, wer dafür eine Liste gemacht und womöglich sogar in einen Maschinenordner abgelegt hat.

Checkliste hilft

Damit ein erfolgreicher Start in die Ernte sichergestellt werden kann, sollten alle Bauteile und Komponenten routinemäßig kontrolliert und gewartet werden. Sind die täglichen Arbeiten während der Saison bei festem Personal eine selbstverständliche Abfolge von Handgriffen, so sollte doch die Inbetriebnahme nicht ohne Checkliste erfolgen, ganz besonders wenn mehrere oder wechselnde Mitarbeiter beteiligt sind. Die Liste kann den Weg des Gutflusses nachvollziehen und dadurch eine leicht nachvollziehbare Ordnung in das Vorgehen bringen. Beginnen Sie mit Ihrer Liste an den Schneidwerkskomponenten und folgen dem Getreide über den Einzug in die Dreschtrommel, kontrollieren den Dreschkorb. Sind alle Komponenten für den Drusch und die Kornabscheidung kontrolliert, kann die weitere Aufmerksamkeit dem Häcksler gelten sowie anschließend dem Weg des Korns in den Tank und von dort wieder hinaus. Sind die Arbeitsschritte in eine sinnvolle Reihe gebracht, erhöht sich die Qualität der Ausführung. Auf der Checkliste sind alle Einzelschritte aufgeführt und können abgehakt und mit Notizen versehen werden.

Fehlende und verbogene Teile sind bei der Durchsicht leicht zu erkennen, damit Brüche und Materialermüdungen frühzeitig erkannt werden, sind Erfahrung und vor allem eine gute Ausleuchtung des Arbeitsplatzes erforderlich. Beim Austausch von Verschleißteilen lohnt es sich, zu prüfen, ob es Ausführungen mit höherer Standzeit gibt, denn über die Materialkosten hinaus muss der Aufwand für die höhere bzw. geringere Reparaturzeit in die Kalkulation fließen. „Zeit ist Geld“ gilt besonders in der Erntezeit. Neben der Wartung und Instandsetzung der Maschine selbst sollte auch Zubehör wie Feuerlöscher und Werkzeug sowie das betriebseigene Ersatzteillager auf gute und intakte Ausstattung geprüft werden.

Die DEULA rät:

Die Funktion der Schutzeinrichtungen muss sichergestellt werden. Bei Mähdreschern sind in der Regel Schutzeinrichtungen an vielen Antrieben vorhanden, diese sollen die Kraft über den Antrieb begrenzen, um dadurch Schäden durch Überlastung zu vermeiden. Die Überlastkupplung kann mit einer Scherbolzenkupplung, einer Trockenscheibenkupplung oder Sperrkörperkupplung ausgeführt sein:

Scherbolzenkupplung (in der Regel an der Korntankentleerung)

  • Scherbolzen muss der vorgeschrieben Güte entsprechen
  • Kupplung auf Rost überprüfen und abschmieren
  • Anzugsmoment des Scherbolzen einhalten

Trockenscheibenkupplung (Einzugsschnecke Schneidwerk, Schrägförderer)

  • Auf Rost der Kontaktflächen überprüfen
  • Beläge, Naben und Muffen auf Risse und Verformungen überprüfen (besonders nach längerem Ansprechen der Kupplung)
  • Rutschmoment überprüfen (die Vorspannkraft der Federn sagt nichts über das richtige Rutschmoment aus!)
  • Die Kupplung sollte nach der Instandsetzung wieder lackiert werden, um das Eindringen von Wasser zu verhindern

Sperrkörperkupplung (Einzugsschnecke, Schneidwerk, Schrägförderer, Überkehrschnecke...)

  • Rutschmoment überprüfen
  • Auf Rost überprüfen
  • Abschmieren (Das Schmieren verhindert das Eindringen von Wasser in die Kupplung)

Riemenantriebe an Mähdreschern sind mit Keilriemen, Verbundkeilriemen, Keilrippenriemen und flankenoffenen Breitkeilriemen ausgestattet. Riemen sollten möglichst schlupffrei Kraft übertragen, allerdings werden Riemenantriebe häufig überlastet, wodurch Verschleiß an den Riemen und Riemenscheiben entsteht. Die korrekte Spannung des Riemens ermöglicht eine gleichmäßige Kraftübertragung. Variatorantriebe werden meist mit zu viel Fett geschmiert, welches dann auf die Riemen kommt und Schlupf verursacht. Ist auf dem Riemen Fett, war die verwendete Fettmenge zu groß! Vibrationen an den Riemenantrieben entstehen durch Einschleifstellen im Riemen wie auch in der Riemenscheibe. Durch Verschleiß an den Riemen und Riemenscheiben ist es möglich, dass die vorgegeben Drehzahlen nicht mehr erreicht werden, einige Hersteller bieten hier die Möglichkeit, durch Beilegen von Distanzscheiben in die Verstelleinheit die Ausgangshöchstdrehzahl wieder zu erreichen.

Kontrollpunkte :

  • Riemen auf Risse und auf Unebenheiten kontrollieren
  • Riemenscheiben auf Schmutzansammlungen in der Riemennut kontrollieren
  • Die korrekte Spannung kontrollieren und einstellen (Wartungsplan der Betriebsanleitung beachten)
  • Beim Austausch nur die richtigen originalen Riemen verwenden
  • Besonders bei Verbundkeilriemen können Fremdkörper wie Steine und Getreidekörner eingedrückt sein, diese sollten regelmäßig entfernt werden.
  • Betriebsdrehzahl der Antriebe kontrollieren und anpassen

Markus Olbrich, Experte für Mähdrusch, DEULA Witzenhausen GmbH


Der LU-Tipp

Fit für den Drescher

Es hat sich gezeigt, dass die hochkomplexe Maschine Mähdrescher erheblich leistungsfähiger wird, je besser die Fahrer mit der Maschine „eins“ sind. Erntetäglich die optimalen Einstellungen finden führt zum Erfolg. DEULA-Bildungseinrichtungen sind in der Lage, dem Bedienpersonal diese Fähigkeiten zu vermitteln.


Weitere Informationen:
Bundesverband DEULA e.V.
Hubert Lücking
info@deula.de
04488/ 830150
www.deula.de

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