Kundenliquidität: Die Front rückt näher

Niedrige Produktpreise bei Milch und Schweinen sorgen bei den Landwirten für schlechtere Liquidität. Welche Folgen hat das für die Lohnunternehmer? Und wie reagieren sie darauf? Wir haben nachgefragt. Fazit: Noch klemmt es nicht. Aber die Sorge bleibt.
Kommt’s jetzt „dicke“? Oder zieht der Sturm noch einmal vorüber?

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Starker Strukturwandel

Am Rand von Cuxhaven, in Sichtweite der Elbmündung und damit mitten in einem Grünlandgebiet, ist das Lohnunternehmen von Jens Niemczyk angesiedelt. Landwirtschaftliche Dienstleistungen bilden den größten Part des Umsatzes, und hierbei hat die Futterernte einen herausragenden Stellenwert. Inwieweit die Milchpreiskrise zu Zahlungsschwierigkeiten führt, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen. Derzeit gebe es keine akuten Probleme. Nicht alle Betriebe sind derzeit existenziell gefährdet, so seine Einschätzung. Gut aufgestellt seien diejenigen, die ihre Ställe bezahlt haben oder es schaffen, in Abstimmung mit den Banken die Tilgungen zeitweise auszusetzen.

LU Jens Niemczyk

„Wir haben durchaus auch Landwirte mit guter Liquidität, die selbstbewusst Preise verhandeln wollen“, meint er. Davon und von Rabatten hält der Unternehmer nichts, denn die Preise seien scharf kalkuliert. „In schlechten Phasen fordern Landwirte von uns Lohnunternehmern gern finanzielle Solidarität ein. In besseren Zeiten lässt sich das aber erfahrungsgemäß nicht wieder zurückdrehen.“

Der Strukturwandel in der Region wird seines Erachtens durch die aktuelle Situation beschleunigt. Allerdings beobachtet er diesen Ausstiegstrend nicht nur bei finanziell schwach aufgestellten Landwirten. Auch Betriebe mit guten Strukturen und guter Liquidität gehören dazu, so Niemczyk. „Die Fläche bleibt gleich, die Zahl der Kühe nahezu auch. Aber die die Zahl der Lohnunternehmer-Kunden sinkt zügig, und damit ändert sich generell auch die Art der Zusammenarbeit. Das hat mindestens so gravierende Folgen wie kurzfristige Zahlungsschwierigkeiten als Folge des Milchpreis-Tiefs“, ist er überzeugt.

Akuten Handlungsbedarf bezüglich veränderter Rechnungsstellung oder Mahnungen sieht der Lohnunternehmer nicht. Rechnungen werden zeitnah, meist innerhalb einer Woche geschrieben. Als Zahlungsziel gelten bei LU Niemczyk 14 Tage. Die meisten Kunden bleiben innerhalb dieser Frist, einige wenige überschreiten sie, teils auch deutlich. „Wichtig ist mir deshalb, dass ausstehende Beträge konsequent eingefordert werden. Und wer nicht pünktlich zahlt, weiß auch, dass er beim nächsten Schnitt nicht als erster bedient wird. Das zieht durchaus.“

Konkrete Sorgen hat er deswegen mit Blick auf das zweite Halbjahr bisher nicht. Allerdings sei von außen nicht abschätzbar, welcher Kunde wie lange finanziell durchhalten könne. Zu denken gibt ihm, dass erste Banken dem Vernehmen nach dazu überzugehen scheinen, die Kreditlimits für Milchviehhalter zu senken. In den vergangenen 16 Jahren habe es in seinem Kundenkreis keine Insolvenzen gegeben – aber auszuschließen sei das künftig nicht. „Und nicht nur die Lohnunternehmer schreiben den Landwirten Rechnungen, sondern genauso die Landhändler und Maschinenlieferanten. Wenn alle nur noch auf die staatlichen Prämienzahlungen an die Landwirte warten können, haben wir ein Problem.“

Jens Noordhof, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN

 

Der komplette Artikel wird in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift LOHNUNTERNEHMEN erscheinen.

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