Umfrage Winterdienst Teil 2

Wir zeigen in unserer Serie, wie Lohnunternehmen mit dem erhöhten Winterdienst-Aufkommen umgehen. Im 2. Teil haben wir Reermann Agrar-Service befragt.
Reermann-Brüder vor Winterdienst-Fahrzeugen
V. l.: Die drei Brüder Stefan, Frank und Johannes Reermann haben das elterliche Lohnunternehmen Anfang 2026 übernommen. (Foto: Reermann Agrar-Service)

Das Hochsauerland gehört zu den wenigen Gebieten in Nordrhein-Westfalen, in denen im Winter noch regelmäßig mit Schnee und Glätte gerechnet werden muss. „Wir sind also nicht überrascht, wenn es schneit“, sagt LU Hans Albert Reermann. Die Schneemengen und vor allem die langanhaltende Frostperiode seien jedoch etwas außergewöhnlich gewesen, sagt er, der das Lohnunternehmen Anfang 2026 an seine drei Söhne Stefan, Frank und Johannes übergeben hat.

Insgesamt sind die Mitarbeiter des Lohnunternehmens im Januar an 20 Tagen zum Winterdienst ausgerückt. „Der strenge Winter hat zeitweise zu Knappheit auf dem Streusalzmarkt geführt. Auch wir mussten etwas länger auf unseren Nachschub warten. Insgesamt haben wir aber gut vorausgeplant und hatten immer ausreichend Streusalz auf dem Hof“, fügt er hinzu.

Flotte halbiert

Neben landwirtschaftlichen Arbeiten bietet das Unternehmen, das insgesamt 13 Festangestellte beschäftigt, u. a. Transportdienstleistungen an. Der Winterdienst zählt seit vielen Jahren zu einer wichtigen kommunalen Dienstleistung im Aufgabenspektrum. Derzeit werden sechs Schleppergespanne (Fendt, Case IH, Valtra und ein Holder) mit Schneeschildern und Anbaustreuern (Schmidt und Springer) im Winterdienst eingesetzt.

Hans Albert Reermann
Hans Albert Reermann hat aus Kapazitätsengpässen aufgrund eines erweiterten Dienstleistungsspektrums des Unternehmens die Winterdienstflotte in den letzten zwei Jahren halbiert. (Foto: Reermann Agrar-Service)

„Wir haben allerdings unser Engagement im Winterdienst in den letzten zwei Jahren etwas zurückgefahren und arbeiten nicht mehr für kommunale Kunden. Zu den Hochzeiten hatten wir zwölf Winterdienstgespanne im Einsatz. Dadurch, dass wir das Dienstleistungsspektrum unseres Unternehmens erweitert haben und unter anderem vor fünf Jahren in den Holztransport eingestiegen sind, fehlt uns zum Teil das Personal für den Winterdienst. Hinzu kommt, dass wir aktuell dabei sind, einen neuen Betriebsstandort zu errichten. Das alles bindet Personal und Kapazitäten“, sagt Hans Albert Reermann und ergänzt: „Wenn der Umzug auf den neuen Betrieb abgeschlossen ist, die Abläufe und Organisation wieder optimal laufen, kann ich mir auch vorstellen, dass Kapazitäten für den Winterdienst frei werden und wir dann entsprechend wieder mehr Fahrzeuge einsetzen. Die Streutechnik und Schneeschilder haben wir im Betrieb behalten.“

Schneefräsen am Holder Geräteträger
Für größere Schneemengen stehen im Lohnunternehmen Reermann auch Schneefräsen, wie hier am Holder Geräteträger, zur Verfügung. (Foto: Reermann Agrar-Service)

Verschiedene Abrechnungsmodelle

Heute wird im Winterdienst ausschließlich für Gewerbekunden gearbeitet und hautsächlich werden Parkplätze geräumt bzw. gestreut. Dabei plant das Lohnunternehmen den Einsatzbeginn komplett selbständig. Mit dem digitalen Betriebsmanagementsystem werden die Aufträge an die Mitarbeiter vergeben, die Arbeitszeiten erfasst und dokumentiert. „Wir kennen somit die Zeiten, die wir für die Aufträge benötigen und erfassen darüber hinaus das Gewicht des verbrauchten Salzes“, fügt er hinzu.

Abgerechnet wird so, wie der Kunde es wünscht, führt Hans Albert Reermann weiter aus: „Einige Kunden wollen einen festen Monatsbetrag vereinbaren. Dann haben wir natürlich das Risiko, dass wir in einem strengen Winter mit vielen Einsätzen, wenig verdienen. Umgekehrt sind milde Winter für uns positiv. Andere Kunden wollen pro Einsatz abrechnen. Wieder andere zahlen eine Bereitschaftsgebühr pro Monat, die wir erst einmal abarbeiten. Ist die Summe aufgebraucht, berechnen wir zusätzliche Einsätze nach.“ In der Regel werden mit den Kunden Jahresverträge abgeschlossen.

Björn Anders Lützen

Redaktion LOHNUNTERNEHMEN