Diesel sparen - aber wie? Teil 2

Lesen Sie auch im zweiten Teil unseres Artikels, wie beim Schleppereinsatz Diesel gespart werden kann.
Unterflurgewicht
Gewichte sollten nur dann mitgeführt werden, wenn sie für den jeweiligen Einsatz erforderlich sind, da unnötiges Zusatzgewicht den Dieselverbrauch erhöht. Das dargestellte Unterflurgewicht kann während der Überfahrt schnell und einfach aufgenommen werden. (Foto: Vaupel)

Jede eingesparte Tonne Gewicht reduziert den Verbrauch um rund 1 l Diesel pro Stunde.

Gewicht anpassen

Jedes zusätzliche Kilogramm am Schlepper muss bewegt werden und erhöht entsprechend den Dieselverbrauch. Daher sollte eine möglichst flexible Ballastierung für unterschiedliche Einsätze gewährleistet sein:

  • Frontgewichte im Frontkraftheber lassen sich schnell montieren und demontieren. Dabei ist jedoch unbedingt darauf zu achten, die zulässige Vorderachslast nicht zu überschreiten.
  • Radgewichte verbleiben häufig dauerhaft am Traktor und verursachen dadurch unnötigen Mehrverbrauch.
  • Das 1,7‑t‑Unterflurgewicht von John Deere für die 7R‑Baureihe ermöglicht ein schnelles Auf‑ und Ablegen über einen hydraulischen Haken beim Überfahren des Gewichts.

Für Zugarbeiten gilt bei Standardtraktoren ein Achslastverhältnis von etwa 40:60 (vorne/hinten) als optimal.

Transportfahrt
Transportfahrten optimieren: Bei einem Zuggesamtgewicht von 40 t verbraucht der leichtere Schlepper mit 163 PS rund 10 % weniger Diesel als der schwere Traktor mit 295 PS. (Foto: Vaupel)

Transporte überdenken

Dieseleinsparungen von 10 % bis zu 40 % möglich.

Vor dem Hintergrund der Frage „Wer ist der effizienteste Transporter?“ führte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Jahr 2018 einen Vergleichstest verschiedener Transportsysteme durch. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede:

  • Bei einem Zuggesamtgewicht von 40 t verbrauchte ein Lkw‑Sattelzug rund 40 % weniger Diesel als ein Traktor mit 295 PS und etwa 30 % weniger als ein Traktor mit 163 PS.
  • Bei gleichem Zuggewicht verbrauchte der 163‑PS‑Traktor etwa 10 % weniger Diesel als der 295‑PS‑Schlepper.
  • Im Anhängertransport entfallen rund 65 % des Dieselverbrauchs eines Schleppers auf seine eigene Fortbewegung.
  • Mit zunehmendem Schleppergewicht sinkt die mögliche Nutzlast.

Der Traktor ist kein Transportspezialist. Können Transporte nicht auf Lkw verlagert werden, sind leichtere Traktoren schweren Modellen vorzuziehen.

Aufgeklappter Kühler
Aufklappbare Kühler erleichtern die Wartung. Je einfacher der Zugang zu den Kühlern ist, umso eher werden sie gereinigt. (Foto: Vaupel)

Weitere Optimierungsmöglichkeiten

  • Arbeitsgeräte korrekt einstellen: Richtig eingestellte Geräte – etwa Pflüge – lassen sich leichter ziehen. Stumpfe Messer und Klingen an Mähwerken oder Ladewagen erhöhen den Dieselverbrauch.
  • Nicht tiefer als notwendig arbeiten: Die Arbeitstiefe von Bodenbearbeitungsgeräten regelmäßig überprüfen und auf die, für die jeweilige Arbeit, optimale Tiefe einstellen.
  • Breite vor Geschwindigkeit: Eine höhere Flächenleistung lässt sich effizienter über größere Arbeitsbreiten als über höhere Geschwindigkeiten erzielen. Der Dieselverbrauch pro Hektar sinkt.
  • Motor abstellen: Bei Pausen und längerem Stillstand den Motor ausschalten. Ein 200‑PS‑Schlepper kann im Leerlauf rund 3 l Diesel pro Stunde verbrauchen.
  • 40 km/h bevorzugen: Traktoren mit 40 km/h‑Zulassung sind in der Regel sparsamer unterwegs als 50‑km/h‑Modelle.

Fazit

Den größten Einfluss auf den Dieselverbrauch des Traktors hat der Fahrer! Er hat es auf „dem Fuß“ und kann durch seine Fahrweise, sein Wissen und Können maßgeblich den Dieselverbrauch des Schleppers beeinflussen. Es gibt nicht die eine entscheidende Maßnahme – vielmehr führt die Kombination zahlreicher einzelner Stellschrauben zu deutlichen Einsparungen. In der Praxis sind Einsparungen von bis zu 20 % möglich. Das ist viel Geld bei den derzeitigen Dieselpreisen und gut für das Klima ist es ohnehin.

Martin Vaupel, Landwirtschaftskammer Niedersachsen